Referate vorbereiten
Es gibt geborene Schreiber. Wer es jedoch nicht ist,
der freue sich darüber, daß man gutes und
wirkungsvolles Schreiben erlernen und üben kann.
Das gute Schreiben muß richtig vorbereitet werden.
Der eigentliche Schreibakt ist nichts weiter als der
Schlußakt. Fangen wir deshalb ganz vorne an.
- Der richtige Zeitpunkt:
Der richtige Zeitpunkt ist immer so bald
wie möglich. Ideal ist es, wenn Du gleich nach
dem Seminar, wenn Du das Thema und die Literatur erhalten
hast, Dich auf den Weg in die Bibliothek machst und
die entsprechenden Seiten aus den Büchern kopierst.
Spätestens aber eine Woche bevor Du das Referat
halten mußt, solltest Du den Schritt in die
Bib wagen.
- Stoffsammlung:
Ein guter Schreiber beginnt keinesfalls
mit dem eigentlichen Niederschreiben. Im Gegenteil
wird er diese Tätigkeit so lange wie möglich
hinauszögern. Wenn Du ein routinierter Schreiber
bist und Dir wird ein neues Thema vorgelegt, dann
beginnst Du zunächst mit dem Sichten des Stoffs.
Fange rechtzeitig und zielstrebig mit der erforderlichen
Stoffsammlung zum Thema an. Schreibe alles was Du
schon selber weißt auf ein Blatt Papier.
In der Regel gibt Dir der Dozent des Seminars eine
Literaturangabe, in der Du weitere Informationen zu
diesem Thema finden kannst. In der Bibliothek Deiner
UNI kannst Du Dir die Seiten kopieren und mitnehmen.
Auch wenn es etwas mehr Geld kosten sollte, so vergrößere
trotzdem jede Seite auf DIN A4, damit Du den Text
besser lesen kannst und zwischen den Zeilen genügend
Platz hast zum unterstreichen. Bearbeite den Text
in der ÜFLFÜ-Methode.
Vor dem Niederschreiben solltest Du Dich fragen, wie
Du Dein Referat gliedern willst. Es gibt die Möglichkeiten
der "sachlichen Gliederung", in der Du die
jeweiligen Themen zusammenfaßt, oder die "chonologische
Gliederung", die sich besonders für die
historischen Fächer (oder Referate) eignen. Oftmals
bietet die Literatur, die zum Thema gelesen werden
soll, eine Gliederung, die teilweise oder vollständig
übernommen werden kann.
- Unterbewußtsein
arbeiten lassen:
Beginne jetzt nicht gleich mit dem Schreiben,
sondern benutze einen kleinen psychologischen Trick.
Wenn es zeitlich irgenwie möglich ist, dann lasse
den Stoff "ablagern". Immer wieder überschätzen
wir das Wirken unserer bewußten Tätigkeit,
das logische Denken. Das Unterbewußtsein kann
jedoch bei geistiger Arbeit erstaunlich gut helfen,
wenn es richtig eingesetzt wird. Das Unterbewußtsein
arbeitet zwar unkontrolliert, aber dann und wann schickt
es "Ergebnisse" seiner Arbeit in das Bewußtsein.
Wir registrieren sie als Einfälle.
In der Praxis kann das aber so aussehen: Beschäftige
Dich kurz vor dem Zu-Bett-Gehen noch einmal ganz intensiv
mit Deiner Stoffsammlung. Dann lege Dich schlafen.
Am nächsten Morgen wird es für Dich einfacher
sein, weiterzuarbeiten. So gibtst Du Deinem Unterbewußtsein
Gelegenheit, sich mit dem Stoff zu beschäftigen.
- Schreiben:
Schreibe jetzt genau auf, was Du nun zu
dem Thema weißt. Nimm auch noch mal die Lektüre
zuhilfe und achte darauf, was Du unterstrichen oder
ggf. an den Rand geschrieben hast. Ob es besser ist,
erst ein Konzept zu entwerfen um dieses dann immer
wieder zu überarbeiten oder ob Du gleich ins
Blaue hineinschreiben willst, das ist ganz Dir überlassen.
Bedenke aber, daß das Referat immer als Handout
im Seminar ausgeteilt werden soll. Darum solltest
Du zum einen immer vollständige Sätze, wenn
es geht sogar mehr als nur einen Satz schreiben. Achte
auch auf eine ordentliche und übersichtliche
Gliederung innerhalb Deines Schriftstücks.
Die äußere Form des Referats spielt auch
eine kleine, aber trotzdem wichtige Rolle. Zu der
äußeren Form gehört ein Kopf, in dem
das Seminar mit Titel genannt wird, dazu das aktuelle
Semester, das Datum, der Name des/der Dozenten und
der Name des Referenten. Darunter sollte dann das
Thema des Referats in der horizontalen Mitte stehen.
Ebenfalls zur äußeren Form gehört
eine ordentliche und vollständige Literaturangabe
am Ende des Referats, damit jeder nachvollziehen kann,
aus welchen Büchern Du Dein Wissen hast.
|