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Der dritte Teil
VON DER DANKBARKEIT
Frage 86: Dieweil wir denn aus unserm
Elend ohne all unsere Verdienste aus Gnaden durch
Christus erlöst sind, warum sollen wir gute Werke
tun?
Darum, dass Christus, nachdem er uns
mit seinem Blut erkauft hat, uns auch durch seinen
Heiligen Geist erneuert zu seinem Ebenbild, dass wir
mit unserm ganzen Leben uns dankbar gegen Gott für
seine Wohltaten erzeigen, und er durch uns gepriesen
werde. Darnach auch, dass wir bei uns selbst unsers
Glaubens aus seinen Früchten gewiss seien, und
mit unserem gottseligen Wandel unsere Nächsten
auch Christo gewinnen.
Frage 87: Können denn die nicht
selig werden, die sich von ihrem undankbaren, unbußfertigen
Wandel zu Gott nicht bekehren?
Keineswegs; denn, wie die Schrift sagt:
Kein Unkeuscher, Abgöttischer, Ehebrecher, Dieb,
Geiziger, Trunkenbold, Lästerer, Räuber
und dergleichen wird das Reich Gottes erben.
Frage 88: In wie viel Stücken
stehet die wahrhaftige Buße oder Bekehrung des
Menschen?
In zwei Stücken: In Absterbung
des alten und Auferstehung des neuen Menschen.
Frage 89: Was ist die Absterbung des
alten Menschen?
Sich die Sünde von Herzen lassen
leid sein und dieselbe je länger je mehr hassen
und fliehen.
Frage 90: Was ist die Auferstehung
des neuen Menschen?
Herzliche Freude in Gott durch Christus,
und Lust und Liebe haben nach dem Willen Gottes, in
allen guten Werken zu leben.
Frage 91: Welches sind aber gute Werke?
Allein die aus wahrem Glauben nach dem
Gesetz Gottes ihm zu Ehren geschehen; und nicht, die
auf unser Gutdünken oder Menschensatzung gegründet
sind.
Frage 92: Wie lautet das Gesetz des
Herrn?
Gott redete alle diese Worte:
Das erste Gebot.
Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland,
aus dem Diensthause, geführt habe. Du sollst
keine andern Götter neben mir haben.
Das andere.
Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis
machen, weder des, das oben im Himmel, noch des, das
unten auf Erden, oder des, das im Wasser unter der
Erde ist. Du sollst sie nicht anbeten noch ihnen dienen.
Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein starker, eifriger
Gott, der die Missetat der Väter heimsucht an
den Kindern bis ins dritte und vierte Glied, derer,
die mich hassen, und tue Barmherzigkeit an vielen
Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.
Das dritte.
Du sollst den Namen des Herrn deines Gottes nicht
missbrauchen; denn der Herr wird den nicht ungestraft
lassen, der seinen Namen missbraucht.
Das vierte.
Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest. Sechs
Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun;
aber am siebenten Tage ist der Sabbat des Herrn, deines
Gottes, da sollst du keine Arbeit tun, noch dein Sohn,
noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd,
noch dein Vieh, noch der Fremdling, der in deinen
Toren ist. Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel
und Erde gemacht und das Meer, und alles, was darinnen
ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der
Herr den Sabbattag und heiligte ihn.
Das fünfte.
Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf
dass du lange lebest in dem Lande, das dir der Herr,
dein Gott, gibt.
Das sechste.
Du sollst nicht töten.
Das siebente.
Du sollst nicht ehebrechen.
Das achte.
Du sollst nicht stehlen.
Das neunte.
Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
Das zehnte.
Lass dich nicht gelüsten deines Nächsten
Hauses. Lass dich nicht gelüsten deines Nächsten
Weibes, noch seines Knechts, noch seiner Magd, noch
seines Ochsen, noch seines Esels, noch alles, was
dein Nächster hat.
Frage 93: Wie werden diese Gebote eingeteilt?
In zwei Tafeln, deren die erste in vier
Geboten lehrt, wie wir uns gegen Gott sollen halten;
die andere in sechs Geboten, was wir unserm Nächsten
schuldig sind.
Frage 94: Was erfordert der Herr im
ersten Gebot?
Dass ich bei Verlierung meiner Seelen
Heil und Seligkeit alle Abgötterei, Zauberei,
abergläubischen Segen, Anrufung der Heiligen
oder anderer Kreaturen meiden und fliehen soll, und
den einigen wahren Gott recht erkennen, ihm allein
vertrauen in aller Demut und Geduld von ihm allein
alles Gute erwarten, und ihn von ganzem Herzen lieben,
fürchten und ehren; also, dass ich eher alle
Kreaturen preisgebe, als im Geringsten wider seinen
Willen tue.
Frage 95: Was ist Abgötterei?
Anstatt des einigen wahren Gottes, der
sich in seinem Wort hat geoffenbart, oder neben demselben
etwas anderes dichten oder haben, darauf der Mensch
sein Vertrauen setzt.
Frage 96: Was will Gott im andern Gebot?
Dass wir Gott in keiner Art abbilden,
noch auf irgendeine andere Weise, als er in seinem
Wort befohlen hat, verehren sollen.
Frage 97: Soll man denn gar kein Bildnis
machen?
Gott kann und soll keineswegs abgebildet
werden; die Kreaturen aber mögen wohl abgebildet
werden, doch verbietet Gott, derselben Bildnisse zu
machen und zu haben, dass man sie verehre oder ihm
damit diene.
Frage 98: Mögen aber nicht die
Bilder, als der Laien Bücher, in den Kirchen
geduldet werden?
Nein; denn wir sollen nicht weiser sein
als Gott, welcher seine Christenheit nicht durch stumme
Götzen, sondern durch die lebendige Predigt seines
Wortes will unterwiesen haben.
Frage 99: Was will das dritte Gebot?
Dass wir nicht allein mit Fluchen oder
mit falschem Eide, sondern auch mit unnötigem
Schwören den Namen Gottes nicht lästern
oder mißbrauchen, noch uns mit unserm Stillschweigen
und Zusehen solcher schrecklichen Sünden teilhaftig
machen; und in Summa: Dass wir den heiligen Namen
Gottes anders nicht, denn mit Furcht und Ehrerbietung
gebrauchen, auf dass er von uns recht bekannt, angerufen
und in allen unsern Worten und Werken gepriesen werde.
Frage 100: Ist denn "mit Schwören
und Fluchen Gottes Namen lästern" eine so
schwere Sünde, dass Gott auch über die zürnet,
die, soviel an ihnen ist, dieselbe nicht helfen wehren
und verbieten?
Ja, freilich; denn keine Sünde
ist größer und erzürnet Gott heftiger,
als Lästerung seines Namens; darum er sie auch
mit dem Tod zu strafen befohlen hat.
Frage 101: Mag man aber auch gottselig
bei dem Namen Gottes einen Eid schwören?
Ja; wenn es die Obrigkeit von ihren
Untertanen oder sonst die Not erfordert, Treue und
Wahrheit zu Gottes Ehre und des Nächsten Heil
dadurch zu erhalten und zu fordern. Denn solches Eid
schwören ist in Gottes Wort gegründet, und
deshalb von den Heiligen im Alten und Neuen Testament
recht gebraucht worden.
Frage 102: Mag man auch bei den Heiligen
oder andern Kreaturen Eide schwören?
Nein; denn ein rechtmäßiger
Eid ist eine Anrufung Gottes, dass er als der einige
Herzenkündiger der Wahrheit Zeugnis wolle geben
und mich strafen, so ich falsch schwöre, welche
Ehre denn keiner Kreatur gebührt.
Frage 103: Was will Gott im vierten
Gebot?
Gott will erstlich, dass das Predigtamt
und Schulen erhalten werden und ich, sonderlich am
Feiertag, zu der Gemeinde Gottes fleißig komme,
das Wort Gottes zu lernen, die heiligen Sakramente
zu gebrauchen, den Herrn öffentlich anzurufen
und das christliche Almosen zu geben. Zum andern,
dass ich alle Tage meines Lebens von meinen bösen
Werken feiere, den Herrn durch seinen Geist in mir
wirken lasse, und also den ewigen Sabbat in diesem
Leben anfange.
Frage 104: Was will Gott im fünften
Gebot?
Dass ich meinem Vater und meiner Mutter,
und allen, die mir vorgesetzt sind, alle Ehre, Liebe
und Treue beweisen, und mich aller guten Lehre und
Strafe mit gebührlichem Gehorsam unterwerfen,
und auch mit ihren Gebrechen Geduld haben soll, dieweil
uns Gott durch ihre Hand regieren will.
Frage 105: Was will Gott im sechsten
Gebot?
Dass ich meinen Nächsten weder
mit Gedanken, noch mit Worten oder Gebärden,
viel weniger mit der Tat, durch mich selbst oder andere
schmähen, hassen, beleidigen oder töten,
sondern alle Rachgierigkeit ablegen, auch mich selbst
nicht beschädigen oder mutwillig in Gefahr begeben
soll. Darum auch die Obrigkeit, dem Totschlag zu wehren,
das Schwert trägt.
Frage 106: Redet denn nicht dies Gebot
allein vom "Töten"?
Es will uns aber Gott durch Verbietung
des Totschlags lehren, dass er die Wurzel des Totschlags,
als Neid, Haß, Zorn, Rachgierigkeit hasset,
und dass solches alles vor ihm ein heimlicher Totschlag
sei.
Frage 107: Ist's aber damit genug,
dass wir unsern Nächsten, wie gesagt, nicht töten?
Nein; denn indem Gott Neid, Hass und
Zorn verdammt, will er von uns haben, dass wir unsern
Nächsten lieben wie uns selbst, gegen ihn Geduld,
Friede, Sanftmut, Barmherzigkeit und Freundlichkeit
erzeigen, seinen Schaden, soviel uns möglich,
abwenden und auch unsern Feinden Gutes tun.
Frage 108: Was will das siebente Gebot?
Dass alle Unkeuschheit von Gott vermaledeiet
sei, und dass wir darum ihr von Herzen feind sein,
und keusch und züchtig leben sollen, es sei im
heiligen Ehestand oder außerhalb desselben.
Frage 109: Verbietet Gott in diesem
Gebot nichts mehr, denn Ehebruch und dergleichen Schanden?
Dieweil beide, unser Leib und unsere
Seele, Tempel des Heiligen Geistes sind, so will er,
dass wir sie beide sauber und heilig bewahren; verbietet
deshalb alle unkeuschen Taten, Gebärden, Worte,
Gedanken, Lust, und was den Menschen dazu reizen mag.
Frage 110: Was verbietet Gott im achten
Gebot?
Er verbietet nicht allein den Diebstahl
und Räuberei, welche die Obrigkeit straft; sondern
Gott nennet auch Diebstahl alle bösen Stücke
und Anschlage, damit wir unsers Nächsten Gut
gedenken an uns zu bringen, es sei mit Gewalt oder
Schein des Rechtes: als unrechtem Gewicht, Elle, Maß,
Ware, Münze, Wucher, oder durch einiges Mittel,
das von Gott verboten ist; dazu auch allen Geiz und
unnütze Verschwendung seiner Gaben.
Frage 111: Was gebietet dir aber Gott
in diesem Gebot?
Dass ich meines Nächsten Nutzen,
wo ich kann und mag, fördere, gegen ihn also
handle, wie ich wollte, dass man mit mir handelte,
und treulich arbeite, auf dass ich dem Dürftigen
in seiner Not helfen möge.
Frage 112: Was will das neunte Gebot?
Dass ich wider niemand falsch Zeugnis
gebe, niemand seine Worte verkehre, kein Afterredner
und Lästerer sei, niemand unverhört und
leichtlich verdammen helfe; sondern allerlei Lügen
und Trügen als eigene Werke des Teufels bei schwerem
Gotteszorn vermeide, in Gerichts- und allen anderen
Handlungen die Wahrheit liebe, aufrichtig sage und
bekenne, auch meines Nächsten Ehre und Glimpf
nach meinem Vermögen rette und fördere.
Frage 113: Was will das zehnte Gebot?
Dass auch die geringste Lust oder Gedanken
wider irgend ein Gebot Gottes in unser Herz nimmermehr
kommen, sondern wir für und für von ganzem
Herzen aller Sünde feind sein und Lust zu aller
Gerechtigkeit haben sollen.
Frage 114: Können aber, die zu
Gott bekehrt sind, solche Gebote vollkömmlich
halten?
Nein; sondern es haben auch die Allerheiligsten,
solange sie in diesem Leben sind, nur einen geringen
Anfang dieses Gehorsams; doch also, dass sie mit ernstlichem
Vorsatz nicht allein nach etlichen, sondern nach allen
Geboten Gottes anfangen zu leben.
Frage 115: Warum lässt uns denn
Gott also scharf die zehn Gebote predigen, wenn sie
in diesem Leben niemand halten kann?
Erstlich, auf dass wir unser ganzes
Leben lang unsere sündliche Art je länger
je mehr erkennen und darum desto begieriger Vergebung
der Sünden und Gerechtigkeit in Christus suchen.
Darnach, dass wir ohne Unterlass uns befleißigen
und Gott bitten um die Gnade des Heiligen Geistes,
dass wir je länger je mehr zu dem Ebenbild Gottes
erneuert werden, bis wir das Ziel der Vollkommenheit
nach diesem Leben erreichen.
Frage 116: Warum ist den Christen das
Gebet nötig?
Darum, dass es das vornehmste Stück
der Dankbarkeit ist, welche Gott von uns fordert;
und dass Gott seine Gnade und seinen Heiligen Geist
allein denen will geben, die ihn mit herzlichem Seufzen
ohne Unterlass darum bitten und ihm dafür danken.
Frage 117: Was gehört zu einem
solchen Gebet, das Gott gefalle und von ihm erhört
werde?
Erstlich, dass wir allein den einigen
wahren Gott, der sich uns in seinem Wort hat geoffenbart,
um alles, das er uns zu bitten befohlen hat, von Herzen
anrufen. Zum andern, dass wir unsere Not und unser
Elend recht gründlich erkennen, uns vor dem Angesicht
seiner Majestät zu demütigen. Zum dritten,
dass wir diesen festen Grund haben, dass er unser
Gebet, ob wir auch dessen unwürdig sind, doch
um des Herrn Christi willen gewisslich wolle erhören,
wie er uns in seinem Wort verheißen hat.
Frage 118: Was hat uns Gott befohlen
von ihm zu bitten?
Alle geistliche und leibliche Notdurft,
welche der Herr Christus begriffen hat in dem Gebet,
das er uns selbst gelehret.
Frage 119: Wie lautet dasselbe?
Unser Vater, der du bist in den Himmeln.
Geheiliget werde dein Name. Dein Reich komme. Dein
Wille geschehe auf Erden wie im Himmel. Unser täglich
Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe
uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns vom
Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen
Frage 120: Warum hat uns Christus befohlen,
Gott also anzureden: Unser Vater?
Dass er gleich im Anfang unseres Gebets
in uns erwecke die kindliche Furcht und Zuversicht
gegen Gott, welche der Grund unsers Gebets sein soll;
nämlich dass Gott unser Vater durch Christus
worden sei und wolle uns viel weniger versagen, worum
wir ihn im Glauben bitten, denn unsere Väter
uns irdische Dinge abschlagen.
Frage 121: Warum wird hinzugetan: der
du bist in den Himmeln?
Auf dass wir von der himmlischen Majestät
Gottes nichts Irdisches denken und von seiner Allmächtigkeit
alle Notdurft Leibes und der Seele erwarten.
Frage 122: Was ist die erste Bitte?
Geheiliget werde dein Name, das ist:
gib uns erstlich, dass wir dich recht erkennen und
dich in allen deinen Werken, in welchen leuchtet deine
Allmächtigkeit, Weisheit, Güte, Gerechtigkeit,
Barmherzigkeit und Wahrheit, heiligen, rühmen
und preisen. Danach auch, dass wir unser ganzes Leben,
Gedanken, Worte und Werke dahin richten, dass dein
Name um unsertwillen nicht gelästert, sondern
geehrt und gepriesen werde.
Frage 123: Was ist die andere Bitte?
Zukomme dein Reich, das ist: regiere
uns also durch dein Wort und deinen Geist, dass wir
uns dir je länger je mehr unterwerfen; erhalte
und mehre deine Kirche, und zerstöre die Werke
des Teufels und alle Gewalt, die sich wider dich erhebt,
und alle bösen Ratschläge, die wider dein
heiliges Wort erdacht werden; bis die Vollkommenheit
deines Reichs herzukomme, darin du wirst alles in
allen sein.
Frage 124: Was ist die dritte Bitte?
Dein Wille geschehe auf Erden wie im
Himmel, das ist: verleihe, dass wir und alle Menschen
unserm eigenen Willen absagen und deinem allein guten
Willen ohne alles Widersprechen gehorchen; dass also
jedermann sein Amt und seinen Beruf so willig und
treulich ausrichte, wie die Engel im Himmel.
Frage 125: Was ist die vierte Bitte?
Gib uns heute unser täglich Brot,
das ist: wollest uns mit aller leiblichen Notdurft
versorgen, auf dass wir dadurch erkennen, dass du
der einige Ursprung alles Guten bist, und dass ohne
deinen Segen weder unsere Sorgen und unsere Arbeit,
noch deine Gaben uns gedeihen, und wir deshalb unser
Vertrauen von allen Kreaturen abziehen und allein
auf dich setzen.
Frage 126: Was ist die fünfte
Bitte?
Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir
vergeben unsern Schuldigern, das ist: wollest uns
armen Sündern alle unsere Missetat, auch das
Böse, so uns noch immerdar anhängt, um des
Blutes Christ willen nicht zurechnen, wie auch wir
dies Zeugnis deiner Gnade in uns finden, dass unser
ganzer Vorsatz ist, unserm Nächsten von Herzen
zu verzeihen.
Frage 127: Was ist die sechste Bitte?
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns vom Bösen, das ist: weil
wir aus uns selbst so schwach sind, dass wir nicht
einen Augenblick bestehen können, und dazu unsere
abgesagten Feinde, der Teufel, die Welt und unser
eigen Fleisch nicht aufhören, uns anzufechten,
so wollest du uns erhalten und stärken durch
die Kraft deines Heiligen Geistes, auf dass wir ihnen
mögen festen Widerstand tun und in diesem geistlichen
Streit nicht unterliegen, bis dass wir endlich den
Sieg vollkömmlich behalten.
Frage 128: Wie beschließest du
dieses Gebet?
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit, das ist: solches
alles bitten wir darum von dir, weil du als unser
König und aller Dinge mächtig, uns alles
Gute geben willst und kannst, und dass dadurch nicht
wir, sondern dein heiliger Name ewig soll gepriesen
werden.
Frage129: Was bedeutet das Wörtlein
Amen?
Amen heißt: das soll wahr und
gewiss sein; denn mein Gebet viel gewisser von Gott
erhöret ist, als ich in meinem Herzen fühle,
dass ich solches von ihm begehre.
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