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VON GOTT DEM HEILIGEN GEIST
Frage 53: Was glaubst du vom Heiligen
Geist?
Erstlich, dass er gleich ewiger Gott
mit dem Vater und dem Sohn ist. Zum andern, dass er
auch mir gegeben ist, mich durch wahren Glauben Christi
und aller seiner Wohltaten teilhaftig macht, mich
tröstet und bei mir bleiben wird bis in Ewigkeit.
Frage 54: Was glaubst du von der heiligen,
allgemeinen, christlichen Kirche?
Dass der Sohn Gottes aus dem ganzen
menschlichen Geschlecht sich eine auserwählte
Gemeinde zum ewigen Leben, durch seinen Geist und
Wort, in Einigkeit des wahren Glaubens von Anbeginn
der Welt bis ans Ende versammle, schütze und
erhalte, und dass ich derselben ein lebendiges Glied
bin und ewig bleiben werde.
Frage 55: Was verstehst du unter der
Gemeinschaft der Heiligen?
Erstlich, dass alle und jede Gläubigen
als Glieder an dem Herrn Christo und allen seinen
Schätzen und Gaben Gemeinschaft haben. Zum andern,
dass ein jeder seine Gaben zu Nutz und Heil der andern
Glieder willig und mit Freuden anzulegen, sich schuldig
wissen soll.
Frage 56: Was glaubst du von der Vergebung
der Sünden?
Dass Gott um der Genugtuung Christi
willen aller meiner Sünden, auch der sündlichen
Art, mit der ich mein Leben lang zu streiten habe,
nimmermehr gedenken will, sondern mir die Gerechtigkeit
Christi aus Gnaden schenkt, dass ich ins Gericht nimmermehr
soll kommen.
Frage 57: Was tröstet dich die
Auferstehung des Fleisches?
Dass nicht allein meine Seele nach diesem
Leben alsbald zu Christus, ihrem Haupt, genommen wird,
sondern auch, dass dies mein Fleisch durch die Kraft
Christi auferweckt, wieder mit meiner Seele vereinigt
und dem herrlichen Leibe Christi gleichförmig
werden soll.
Frage 58: Was tröstet dich der
Artikel vom ewigen Leben?
Dass, nachdem ich jetzt den Anfang der
ewigen Freude in meinem Herzen empfinde, ich nach
diesem Leben vollkommene Seligkeit besitzen werde,
die kein Auge gesehen, kein Ohr gehört, und in
keines Menschen Herz nie gekommen ist, Gott ewiglich
darin zu preisen.
Frage 59: Was hilft es dir aber nun,
wenn du dies alles glaubest?
Dass ich in Christus vor Gott gerecht
und ein Erbe des ewigen Lebens bin.
Frage 60: Wie bist du gerecht vor Gott?
Allein durch wahren Glauben an Jesus
Christus also: dass, ob mich schon mein Gewissen anklagt,
dass ich wider alle Gebote Gottes schwerlich gesündigt
und derselben keines nie gehalten habe, auch noch
immerdar zu allem Bösen geneigt bin, doch Gott,
ohne all mein Verdienst aus lauter Gnaden, mir die
vollkommene Genugtuung, Gerechtigkeit und Heiligkeit
Christi schenkt und zurechnet, als hätte ich
nie eine Sünde begangen noch gehabt und selbst
all den Gehorsam vollbracht, den Christus für
mich hat geleistet, wenn ich allein solche Wohltat
mit gläubigem Herzen annehme.
Frage 61: Warum sagst du, dass du allein
durch den Glauben gerecht seiest?
Nicht, dass ich wegen der Würdigkeit
meines Glaubens Gott gefalle; sondern darum, dass
allein die Genugtuung, Gerechtigkeit und Heiligkeit
Christi meine Gerechtigkeit vor Gott ist, und ich
dieselbe nicht anders, denn allein durch den Glauben
annehmen umd mir zueignen kann.
Frage 62: Warum können aber unsere
guten Werke nicht die Gerechtigkeit vor Gott oder
ein Stück derselben sein?
Darum, dass die Gerechtigkeit, die vor
Gottes Gericht bestehen soll, durchaus vollkommen
und dem göttlichen Gesetz ganz gleichförmig
sein muß; aber auch unsere besten Werke in diesem
Leben alle unvollkommen und mit Sünden befleckt
sind.
Frage 63: Verdienen aber unsere guten
Werke nichts, so sie doch Gott in diesem und dem zukünftigen
Leben will belohnen?
Diese Belohnung geschieht nicht aus
Verdienst, sondern aus Gnaden.
Frage 64: Macht aber diese Lehre nicht
sorglose und verruchte Leute?
Nein; denn es ist unmöglich, dass
die, so Christo durch wahren Glauben sind eingepflanzt,
nicht Frucht der Dankbarkeit sollen bringen.
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