Texte aus der Kirchengeschichte

Der Heidelberger Katechismus
(1563)

Fragen 1& 2 I. Von des Menschen Elend (3-11) II. Von des Menschen Erlösung (12-25)
II. Vom Gott dem Vater (26-28) II. Von Gott dem Sohn (29-52) II. Von Gott dem Heiligen Geist (53-64)
II. Von den Heiligen Sakramenten (65-68) II. Von der Heiligen Taufe (69-74) II. Vom Heiligen Abendmahl Jesu Christi (75-85)
  III. Von der Dankbarkeit (86-129)  

VON GOTT DEM VATER

Frage 26: Was glaubst du, wenn du sprichst: Ich glaube an Gott Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erden?

Dass der ewige Vater unseres Herrn Jesu Christi, der Himmel und Erde samt allem, was darinnen ist, aus nichts erschaffen, auch dieselbigen noch durch seinen ewigen Rat und Vorsehung erhält und regiert, um seines Sohnes Christi willen mein Gott und mein Vater sei, auf welchen ich also vertraue, dass ich nicht zweifle, er werde mich mit aller Notdurft Leibes und der Seele versorgen, auch alles Übel, so er mir in diesem Jammertal zuschickt, mir zu gut wenden; dieweil er's tun kann als ein allmächtiger Gott, und auch tun will als ein getreuer Vater.

Frage 27: Was verstehst du unter der Vorsehung Gottes?

Die allmächtige und gegenwärtige Kraft Gottes, durch welche er Himmel und Erde samt allen Kreaturen gleich als mit seiner Hand noch erhält und also regiert, dass Laub und Gras, Regen und Dürre, fruchtbare und unfruchtbare Jahre, Essen und Trinken, Gesundheit und Krankheit, Reichtum und Armut und alles nicht von ungefähr, sondern von seiner väterlichen Hand uns zukomme.

Frage 28: Was für Nutzen bekommen wir aus der Erkenntnis der Schöpfung und Vorsehung Gottes?

Dass wir in aller Widerwärtigkeit geduldig, in Glückseligkeit dankbar, und auf's Zukünftige guter Zuversicht zu unserm getreuen Gott und Vater sein sollen, dass uns keine Kreatur von seiner Liebe scheiden wird, weil alle Kreaturen also in seiner Hand sind, dass sie sich ohne seinen Willen auch nicht regen noch bewegen können.